Nahversorgung Langwiese

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„Kunden haben in Holzheim mit den Füßen abgestimmt“

Giessener-Anzeiger 08.06.2011 - POHLHEIM

Ausschuss empfiehlt, in den südlichen Stadtteilen nach Flächen für einen Markt zu suchen

(ww). In der ersten Bauausschusssitzung in der neuen Legislaturperiode wurde diskutiert, ob in der Langwiese in Holzheim ein neuer Einkaufsmarkt angesiedelt werden kann. Eine Premiere war es zudem für Sanchez Miguel von den Grünen, der für die nächsten fünf Jahre als Ausschussvorsitzender agieren soll. Die Langwiese möchten die Freien Wähler um Klaus Sommer vom Wohn- zu einem Mischgebiet umwandeln lassen und dort einen Supermarkt etablieren.

Bereits vor den Kommunalwahlen hatte die FW einen entsprechenden Antrag eingebracht, da in Holzheim im Laufe des Jahres 2010 auch der letzte Lebensmittelmarkt seine Pforten geschlossen hatte. Letztlich empfahl der Ausschuss, potenzielle Investoren seitens der Stadt suchen zu lassen, allerdings nicht nur für die Langwiese, sondern auch für alle weiteren geeigneten Gebiete in Pohlheim Süd. Zuvor soll die Genehmigungsfähigkeit eines Marktes in der Langwiese geprüft werden.

Ulrich Sann (FW) erläuterte für seine Fraktion, dass die Holzheimer Nahversorgung jetzt sehr eingeschränkt sei. Die FW favorisiere eine kleine Fläche direkt am Kreisel in Richtung Grüningen.

Kein Investor in Sicht

Michael Wagner von der CDU fragte zunächst Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer, ob sich bereits ein Investor gemeldet habe. Das sei nicht der Fall, so Schäfer. Eckart Hafemann von den Grünen begrüßte die FW-Initiative, meinte allerdings, dass man beim Verkauf der Grundstücke auch noch ein Areal freihalten könne. Der CDU-Stadtverordnetenvorsteher Jakob Ernst Kandel zeigte sich sehr skeptisch und hielt den Standort für völlig falsch. „Hier wird so getan, als ob es das in Holzheim nicht gegeben hätte. Es gab einen guten Markt auf dem Backesgelände und zuvor in der Hauptstraße.“ Warum seien beide Märkte wohl jetzt geschlossen, fragte er rhetorisch in die Runde. „Die Grüninger könnten im Markt auf der Langwiese einkaufen gehen“, erwärmte sich Wilken Gräf (SPD) für die Idee. Es müsse jedoch eine Frist gesetzt werden, nach der die städtische Investorensuche abgebrochen werden sollte.

Viele Lärmprobleme

Michael Wagner (CDU) gab zu bedenken, was es jetzt schon für Probleme mit Lärmbelästigung von an- und abfahrenden Lastern im Mischgebiet Oberweg und Kühlaggregaten gebe. Über die Genehmigungsfähigkeit machte sich Karl-Rainer Philipp (SPD) Gedanken, der letztlich die abschließende Empfehlung an das Parlament formulierte.

Klaus Sommer (FW) sieht den Marktbau als besonders wichtig an, weil die Grüninger und Holzheimer bereits nach Langgöns und Gambach auswichen. Im Übrigen sei der Markt an der Hauptstraße sehr gut frequentiert gewesen, habe aber wegen anderer Vorstellungen des Hausbesitzers aufgegeben werden müssen. Der Christdemokrat Ulrich Engel findet es ebenfalls schade, dass es keine Lebensmittelgeschäfte mehr in Holzheim gibt. „Ein Einzugsgebiet für einen großen Markt sehe ich dennoch nicht mehr.“ Er könne sich aber einen kleinen Laden vorstellen. Sein Parteikollege Matthias Jung, ebenfalls Holzheimer, blies ins selbe Horn, wobei er zunächst die zentrale Lage verneinte und dann selbstkritisch einwandte, dass jeder dahin fahre, wo es billig sei. Lediglich für alte Menschen werde ein Ort ohne Markt zum Problem, aber das sei auch mit einem neuen Markt ohne zentrale Lage genauso. „Wir sind mit Einzelhandelsunternehmen bis zur Oberkante voll“, betonte Jung. Im Übrigen sei er kein Freund der Wohnbebauung in der Langwiese, sondern eher ein Kirschenwald-Freund gewesen. Nicht nur die FW, sondern auch die CDU sei in der Angelegenheit tätig geworden. Alle angesprochenen Personen in diesem Segment hätten abgewunken. Es habe dort schon Marktprüfungen gegeben, dreißig Prozent der Holzheimer führen nach Langgöns, etwas weniger nach Gambach und die anderen in die Neue Mitte. Michael Wagner (CDU) schlug vor die Genossenschaftsidee in Holzheim aufleben zu lassen, das würde man unterstützen.

Ausschuss empfiehlt, in den südlichen Stadtteilen nach Flächen für einen Markt zu suchen

„Wir können doch erst einmal fragen, ob einer investieren will, auf dessen Antwort warten und dann entscheiden“, warf der Grüne Hafemann in die Debatte. Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer (SPD) informierte, dass die Stadt bereits gefragt habe. „Die Kundschaft hat letztlich mit den Füßen abgestimmt.“ Daher habe es sich für den Betreiber nicht mehr gelohnt. Er riet den Verein Gießener Land eng einzubeziehen, der derzeit eine Veranstaltungsreihe Dorfvisionen durchführe, da derartige Probleme überall bekannt seien.

Bernd Felde von der SPD regte zudem an, an eine Bürgerbefragung in der Angelegenheit zu denken. Wagner stellte jedoch zunächst einen Änderungsantrag, die Investorensuche für einen Markt völlig offen zu halten und im gesamten Pohlheimer Süden nach einer Fläche zu suchen. Letztlich entschieden sich jedoch die Mehrheit von SPD, FW und Grünen für die erweiterte Empfehlung, die der Fläche Langwiese den Vorrang einräumt. Die Christdemokraten stimmten dagegen


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